Herrenhausen Klassik

"Welch ein schöner Rahmen für den Abschluss des diesjährigen "Herrenhausen Klassik"-Reigens. Das Wetter verführte noch einmal zum Flanieren, das Galeriegebäude war nahezu ausverkauft, und das Publikum erlebte eine vom Hannoverschen Oratorienchor und dessen Dirigenten Peter Francesco Marino zwingend dargebotene Umsetzung von Carl Orffs "Carmina Burana".
(HAZ, 02. Sep. 2008)

Das will etwas heißen, denn schließlich reiht sich zwischen der Anfangs- und Schlusshymne "O Fortuna" und um das jammervolle Lied des "gebratenen Schwans" herum (gerade köstlich: Tenor Edgar Schäfer) ein Hit an den anderen.

Der Hannoversche Oratorienchor überzeugt in der Markuskirche Hannover mit Anton Bruckners selten zu hörender Messe in f-Moll
VON ANDRÉ MUMOT (HAZ, Nov. 2007)

Nicht erst am Schluss leuchtet hier die Transzendenz. In Bruckners großer Messe in f-Moll dominiert vom ersten kyrie an der Blick von oben, eine Art jenseitige Panoramaperspektive, in der sich auch die Gesangssolisten keine ariösen Alleingänge erlauben können - weil sie nur Teile sind im göttlichen Gesamtgetriebe, nur kurz hervorgehobene Stimmen in der großen Glaubenssinfonie für Chor und Orchester. Aber vielleicht erschüttert auch deshalb der Moment im "Credo" so sehr, wenn Tenor Jörg Eichler in stiller Verwebung mit der ersten Geige die Menschwerdung Christi bis zur kreuzigung dramatisiert, bei der sich dann majestätisch der Chor eingeschaltet und zur gleißenden Aufherstehung überleitet, in der sich die für Bruckner so typische ansteigende Streichereskalation entfaltet.

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