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Die Wurzeln des Hannoverschen Oratorienchores reichen zurück in das Jahr 1802, als er von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hannover als „Singakademie“ gegründet wurde und im März 1802 mit Haydns „Schöpfung“ debütierte. Er ist damit die älteste Musikvereinigung der Stadt Hannover und gehört zu den traditionsreichsten Konzertchören Deutschlands überhaupt.

Mit einer Reihe von Festkonzerten und einer Chorreise nach Prag und Südböhmen feierte der Chor 2002 sein 200jähriges Bestehen. Es entstand eine umfangreiche Festschrift, die die Geschichte des Chores dokumentiert, eine wechselvolle Geschichte parallel zur deutschen Historie. Viele namhafte, prägende Dirigenten, eine Vielzahl an Konzerten im In- und Ausland mit Werken aus allen Musikepochen, Ur- und Erstaufführungen, unzählige engagierte Sängerinnen und Sänger hat der Chor in seiner langen Zeit von der bürgerlichen Singvereinigung bis hin zum modernen Konzertchor erlebt, namentlich als:

- Singakademie (1802–1850)

- Neue Singakademie (1851–1861)

- Musikakademie (1867–1951)

und seit 1952 als Hannoverscher Oratorienchor unter der künstlerischen Leitung von:

- Prof. Fritz von Bloh (1952 bis 1976)

Fast ein Vierteljahrhundert lag die Chorarbeit in seinen Händen. In dieser langen Zeit entwickelte der Chor ein Profil, das sich in Teilen bis heute erhalten hat, u. a. zeitgenössischer Musik einen wichtigen Stellenwert einzuräumen. In die Ära von Bloh fallen der Beginn der Kooperation mit dem Opernhaus sowie die Auszeichnung als „Städtischer Chor“, die der Chor mit den renommierten Ensembles Knabenchor und Mädchenchor der Stadt Hannover teilt.

- Prof. Hans-Herbert Jöris (1976 bis 1989)

Als 1. Kapellmeister an der Niedersächsischen Staatsoper pflegte er das klassische Repertoire, unternahm viele Konzertreisen, u. a. nach Wrocław/Breslau, Bydgoszcz/Bromberg und im Rahmen der Städtepartnerschaft auch nach Poznań/Posen.

- Prof. Martin Brauß, HMTMH (1989 bis 1998)

Während seiner Ägide klangen die Chorkonzerte in der Staatsoper, nach Ablösung des langjährigen GMD George Alexander Albrecht, allmählich aus. Seither behauptet sich der Hannoversche Oratorienchor ausschließlich als freier Konzertchor. Martin Brauß verschlankte den Chor von 130 auf 80–90 Sängerinnen und Sänger und erarbeitete einen neuen Chorklang. Er nahm A-cappella-Programme und erneut zeitgenössische Werke in das Repertoire des Chores auf. In Zusammenarbeit mit der „Hannover Big Band“ des NDR begab er sich mit „Sacred Jazz“, einem Duke-Ellington-Programm, auch auf völlig neues Terrain.

- Christian Fischer (1998 bis 2005)

Seinerzeit Dozent für Chordirigieren an der HMT Leipzig, heute Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, erarbeitete mit dem Hannoverschen Oratorienchor u. a. ein umfangreiches barockes Repertoire und trat mit ihm immer wieder in den Konzertreihen „Herrenhausen Barock“ und „Herrenhausen Klassik“ auf. So wurde bspw. im Rahmen dieser Festwochen in Herrenhausen Robert Schumanns großes Oratorium “Faustszenen” im Sommer 2000 aufgeführt, das der Chor anschließend auch in der polnischen Partnerstadt Poznań/Posen sang. Zuvor hatte der Hannoversche Oratorienchor mit einer stark beachteten Aufführung der "H-moll Messe" das hannoversche “Bachjahr 2000” eröffnet.

- Peter Francesco Marino (2006 bis 2011)

Sein umfangreiches kompositorisches Schaffen kam dem Chor mit einer Reihe von Uraufführungen seiner Werke ganz besonders zugute. Unter seiner künstlerischen Leitung unternahm der Chor erneut städtepartnerschaftliche Reisen nach Rouen und Perpignan/Frankreich.

- Stefan Vanselow (2012 bis 2015)

Mit spannungsreichen und ungewöhnlichen Programmen schaffte er es, neues und treues Publikum in die Konzerte des Hannoverschen Oratorienchores zu locken. Unter seiner künstlerischen Leitung kam es – gemeinsam mit dem Mädchenchor und Brahmschor Hannover – zur Zusammenarbeit mit der NDR-Radiophilharmonie bei Konzerten zum Saisonauftakt im Kuppelsaal. Mit einer Uraufführung verabschiedete er sich Ende Mai 2015, um sich einer neuen umfangreichen Aufgabe als Kirchenkreiskantor in Hameln widmen zu können.

- Keno Weber (seit Juli 2015)

Seit Juli 2015 hat Keno Weber die Künstlerische Leitung des Hannoverschen Oratorienchores übernommen. Weitere Informationen sind unter  Künstlerische Leitung zu finden.